Kulturforum Türkei Deutschland e.V.
English VersionTurkish VersionIMPRESSUM | KONTAKT

Home
Projekte
  Journalistenprogramm
  Veranstaltungen
  cafeterra
  New Media
FILME
Radio & TV
Newsletter
Presse
Über uns
Hrant Dink Forum Köln

Einmischung unerwünscht: Zivilgesellschaft unter Druck


Am Freitag, 9. Dezember 2016, um 19:30 Uhr laden Amnesty International und die Volkshochschule Köln ein zu Gesprächen mit Gästen aus der Türkei, Russland, Tunesien und aus Köln. Zahlreiche Experten geben Einblick in die aktuelle Entwicklungen und zeigen Handlungsmöglichkeiten auf. (>>FLYER)

Mit Osman Okkan, KulturForum TürkeiDeutschland e.V.
Bülent Mumay, Journalist, FAZ-Kolumnist; Istanbul
Gerrit Wustmann, Freier Autor und Redakteur
Alexei Kozlov, Solidarität mit der Bürgerbewegung in Russland e.V.
Irina Scherbakova, MEMORIAL International
Vera Ammer, Lew Kopelew Forum
Walid Ben Nasr, Sozialarbeiter und zivilgesellschaftl. Aktivist, Tunis
Mitglieder von Voices of Jasmine e.V.
Andreas Wolter, Bürgermeister der Stadt Köln
Frieder Wolf, Leiter des Referats für Internationale
Angelegenheiten der Stadt Köln
Moderation: Diana Hodali

FORUM Volkshochschule am Neumarkt im Rautenstrauch-Joest-Museum, Cäcilienstraße 29-33, Köln

Veranstalter: Amnesty International, Volkshochschule Köln in
Kooperation mit KulturForum TürkeiDeutschland, Lew Kopelew Forum, Voices
of Jasmine, StadtRevue.


Eine armenische Kindheit in der Türkei: Filmvorführung in Köln


Am Samstag, 17. Dezember, 19 Uhr, präsentiert das KulturForum TürkeiDeutschland im Filmforum NRW
(im Museum Ludwig, Köln) den Dokumentarfilm ›Gavur Mahallesi‹ von Yusuf Kenan Beysülen. Der Film zeichnet die Lebensgeschichte von Mıgırdıç Margosyan nach. Margosyan baut, so Bayülsen, für jene Generation, die den Genozid überleben konnte, eine Brücke in unsere heutige Zeit.
Margosyan erzählt von seiner Kindheit im armenischen Stadtviertel von Diyarbakır der 40’er Jahre im letzten Jahrhundert. Seine Familie lebte im sogenannten ›Gavur Mahallesi‹, dem ›Viertel der Gottlosen‹. So nannten die Muslime den Stadtteil der Christen. In Diyarbakır selbst gibt es heute kaum noch Armenier. Margosyan selbst hat das in Vergessenheit geratene soziale und kulturelle Leben im alten Diyarbakır mit seinem Buch wieder in Erinnerung gebracht. Er erzählt auch von der Vertreibung seiner Familie aus dem Dorf Herdan, vom Schicksal armenischer Familien und wie sie neuen Lebensmut gewonnen haben. (>>FLYER)
Eine Veranstaltung des KulturForum TürkeiDeutschland. Unterstützer: Diözese der Armenischen Kirchen in Deutschland | Tüday Menschenrechtsverein Türkei/Deutschland e.V. | DIDF-Köln). Eintritt: 8 EUR.


"Türkei unzensiert" im WDR3-Radio


Das KulturForum empfiehlt die WDR3-Hörspielreihe "Türkei unzensiert": Renommierte türkische JournalistInnen und SchriftstellerInnen erzählen, was sie in ihrem eigenen Land nicht mehr sagen dürfen. Mit Can Dündar, Bülent Mumay, Gönül Kıvılcım, Hatice Kamer und Kürşat Akyol.

(>>LINK)


Appell an die deutsche Bundesregierung


Das KulturForum Türkei/Deutschland ruft die Bundesregierung und alle Fraktionen im Bundestag dazu auf, sich nicht mehr, wie bisher, mit Schweigen und wirkungslosen Beschwichtigungsgesten zu begnügen.

Türkiye Almanya Kültür Forumu Federal Hükümet'e ve Federal Meclis'teki siyasi partilerin meclis gruplarına çağrıda bulunarak, bugüne kadarkinin aksine, artık sessizlikle ve yatıştırma amaçlı etkisiz jestlerle yetinmemelerini talep ediyor.

(>>LINK)

Besuchen Sie uns auch unter facebook.com/Kulturforum


"Selbst in Momenten, die einen aufs Äußerste einengen, kann er diese Enge durch sein Lächeln überwinden”


Die Razzia bei der Zeitung „Cumhuriyet“ ist ein Indiz dafür, wohin die Reise der derzeitigen Herrschaftskoalition gehen könnte. Doch dies ist eine Reise, die niemand, auch nicht die heutigen, unbarmherzigen Inhaber der Macht unbeschadet werden beenden können. Wir können die politischen Dimensionen dieser Frage diskutieren, unsere Erwartungen projizieren. Aber angesichts der Sorgen, die wir uns um jene Menschen machen, die einer nach dem anderen zum Ziel der Tyrannei werden, mag niemand jene Schritte unternehmen, die Bedachtsamkeit erfordern.

Ümit Kıvanç über den in der Türkei festgenommenen Autor Aydın Engin (>>MEHR)


Podiumsgespräch: Ausnahmezustand – Quo vadis Türkei?


Zweieinhalb Monate nach dem Putschversuch in der Türkei diskutierten Anfang Oktober deutsche und türkische Autoren und Journalisten an der Berliner Volksbühne über die Auswirkungen des Ausnahmezustands: Regula Venske, Schriftstellerin, Generalsekretärin PEN Deutschland, Imre Török, Schriftsteller, PEN/Verband deutscher Schriftsteller, Osman Okkan, Journalist und Filmemacher, Moderation: Martin Gerner, freier Journalist (Deutschlandfunk/ARD)Journalists Network.

Seit dem Putschversuch Mitte Juli gehen die türkischen Behörden vehement gegen regierungskritische Journalisten, Autoren und Medien vor. Die schon zuvor angespannte Situation für Medien- und Kulturschaffende in der Türkei hat sich damit noch einmal erheblich verschärft. Rund 100 Journalisten sind im Gefängnis. Auch Autoren wurden inhaftiert, die Reisepässe weiterer Journalisten wurden eingezogen oder für ungültig erklärt. Mehr als 100 Medien und 29 Buchverlage wurden geschlossen, unter Publizisten und Verlegern herrschen Angst und Existenznot. Diesem komplexen Thema widmet sich die Podiumsdiskussion mit namhaften Journalisten und Schriftstellern. (Foto: Martin Gerner)

Eine Kooperation von Reporter ohne Grenzen, Stiftung Umverteilen, KulturForum TürkeiDeutschland und Journalists Network.


"Nazim Hikmet"-Dokumentation im Odeon in Köln


Im Rahmen der Reihe "Kölschen Filmmatinée zeigt das Kölner Filmtheater Odeon am Sonntag, 9. Oktober, 11:30 Uhr die Dokumentation "NAZIM HIKMET - Dichter und Revolutionär"  (ARTE/WDR 1994, 55 Min.) von Osman Okkan & Dieter Oeckl.

Mit einer Einführung von Dr. Lale Akgün.

Die Dokumentation über den berühmten türkischen Dichter erschien in der Reihe "Menschenlandschaften. Sechs Autorenportraits der Türkei".

Filmtheater ODEON, Severinstraße 81, 50678 Köln, Karten: 0221.313110


Solidaritätsveranstaltung für Aslı Erdoğan und andere inhaftierte Intellektuelle in der Türkei am 15. September 2016 in Köln


Am 15. September 2016 veranstaltete das KulturForum zusammen mit dem Literaturhaus Köln, PEN-International, der Armin T. Wegner Gesellschaft und Literatürk einen Solidaritätsabend für Aslı Erdoğan und andere inhaftierte oder bedrohte KünstlerInnen, WissenschafterInnen und AutorInnen in der Türkei.

Dogan Akhanli, Lale Akgün, Attila Keskin und Günter Wallraff trugen Texte der inhaftierten Schriftstellerin Aslı Erdoğan und anderer AutorInnen vor.

Dilek Dündar wurde per Skype aus Istanbul zugeschaltet.

Anfang September waren auch die einflussreichen, kritischen Autoren Ahmet und Mehmet Altan verhaftet worden. "Die Gedankenfreiheit existiert nicht mehr", warnt der türkische Literatur-Nobelpreisträger Orhan Pamuk in der italienischen Zeitung La Repubblica: "Ich bin voller Wut und äußere meine schärfste Kritik an der Festnahme des Schriftsteller Ahmet Altan, einer der wichtigsten Federn des türkischen Journalismus, und seines Bruder Mehmet Altan, einem renommierten Akademiker und Ökonomen." (>>LINK, Die Zeit)

Das Filmportrait "Aslı Erdoğan: Grenzgängerin zwischen Himmel und Tod" von Osman Okkan aus der Reihe "Menschenlandschaften" (WDR, 2011) wurde gezeigt.

Mit Musik des Duos Aslı Dila Kaya (Gesang & Bağlama) und Ulrich Klan (Violine). Beginn: 19:30 Uhr. Literaturhaus Köln, Großer Griechenmarkt 39, 50676 Köln.

[September 2016]


 

"Aslı Erdoğan ist das Gegenteil von all dem, wofür sie jetzt in Haft genommen wurde"


Die in der Türkei verhaftete Schriftstellerin Aslı Erdoğan stehe für absolute Friedfertigkeit. "Aslı Erdoğan ist das Gegenteil von all dem, wofür sie jetzt in Haft genommen wurde", sagte der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff gegenüber der Deutschen Presse Agentur. Ihre Verhaftung sei kein Einzelfall. Aber ein besonders krasser Fall. "Ich verbürge mich für Aslı Erdoğan", so Wallraff. Er engagiert sich zusammen mit dem KulturForum TürkeiDeutschland und anderen SchriftstellerInnen und Verbänden für die Freilassung der verhafteten türkischen Autorin. "Wir versuchen auch, hinter den Kulissen Initiativen für ihre Freilassung zu ergreifen." (>>LINK)


Günter Wallraff und das KF zur Verhaftung Aslı Erdoğans


Der Kölner Schriftsteller Günter Wallraff und das KulturForum TürkeiDeutschland fordern gemeinsam mit zahlreichen Verbänden und internationalen Autorinnen und Autoren die Freilassung der in der Türkei verhafteten Schriftstellerin und Menschenrechtlerin Aslı Erdoğan.PM Günter Wallraff und das KulturForum TürkeiDeutschland solidarisieren sich mit der inhaftierten Schriftstellerin Aslı Erdoğan

Eine MAHNWACHE für die Autorin wird seit dem 22. August vor dem Frauengefängnis in Bakırköy (Istanbul) abgehalten. Das KulturForum TürkeiDeutschland solidarisiert sich mit diesen Initiativen und ist vor Ort vertreten. (>>MEHR)

Presseerklärung (>>PDF)

Am 23. August erschien in der Türkei erstmals die Zeitung „Özgürlükçü Demokrasi“ (Freiheitliche Demokratie), offenbar in Nachfolge der kürzlich von der Regierung verbotenen Özgür Gündem.


DW-Interview mit Osman Okkan zur Verhaftung von Aslı Erdoğan


Im Interview mit der Deutschen Welle sagt der Filmemacher Osman Okkan über die in der Türkei verhaftete Erfolgsautorin Asli Erdogan: "Ich denke, sie gehört zu Recht zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen ihrer Generation. [...] Durch ihre sehr zurückhaltende, bescheidene, sozusagen friedensausstrahlende Haltung ist sie ein Vorbild geworden. Sie legte nicht zu viel Wert auf spektakuläre Aktionen, sondern engagierte sich still aber sehr nachhaltig für Frieden. Deshalb ist sie sehr beliebt, vor allem unter den jugendlichen Lesern und Hörern."

Ihre Verhaftung gehöre "leider zu den 'Säuberungsaktionen', wie sie auch von der Regierung und vom Präsidenten Erdoğan genannt werden, dass man eben nicht nur die Armee, nicht nur den Justiz- und Polizeiapparat, sondern die gesamte Gesellschaft offenbar nicht nur von den sogenannten Gülen-Anhängern, von der Gülen-Bewegung zu 'säubern' versucht, sondern alle oppositionellen Kräfte auszuschalten versucht." (>>LINK)

In der Filmreihe "Menschenlandschaften. Sechs Autorenportraits der Türkei" von Osman Okkan erschien das Film-Portrait "Aslı Erdoğan. Grenzgängerin zwischen Himmel und Tod." (>>LINK)


Schriftstellerin Asli Erdogan verhaftet


"Zu nah am Feuer" habe sie sich bewegt, schreibt die Neue Zürcher Zeitung über die Verhaftung der mutigen türkischen Schriftstellerin Asli Erdogan (>>LINK).

International bekannt wurde die Bestsellerautorin und Atomphysikerin durch "Die Stadt mit der roten Pelerine", und mit zahlreichen Preisen geehrt. Filmregisseur Osman Okkan beleuchtete ihre literarische Arbeit, aber auch ihr Engagement gegen die Unterdrückung von Minderheiten und für soziale Gerechtigkeit in der Filmreihe "Menschenlandschaften" unter dem Titel "Asli Erdogan. Grenzgängerin zwischen Himmel und Tod". (>>LINK)

"Wie fühlt sich Erfolg an, der haarscharf am Abgrund vorbeiführt?", schrieb die Journalistin Sibylle Thelen 2010 in einem Essay zur Filmreihe "Menschenlandschaften", und zitiert die türkische Autorin mit den Worten: "Einiges hatte sich in Richtung Demokratie entwickelt. Nun aber ist vieles wieder vom Kampf um die Macht beherrscht. Auf der einen Seite steht die Regierungspartei AKP, auf der anderen Seite der konservative Staat. In diesem großen Kampf nutzt jede Seite die Demokratie nur als Maske. Die Demokratie der AKP ist für mich unglaubwürdig. Diese Partei will gar keine Freiheit." (>>LINK)

Am 16. August 2016 wurde sie in Istanbul verhaftet, weil sie für die kurdische Tageszeitung "Özgür Gündem" arbeitete. Es besteht eine Kontaktsperre. Trotz ernsthafter Erkrankungen darf sie keinen Besuch empfangen, weder von ihrer Mutter noch von ihren Anwälten. So bekommt sie keine Medikamente.

23 JournalistInnen der Zeitung seien ebenfalls in Haft, wird berichtet.

FAZ: "Nun wurde Asli Erdogan, eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen der Türkei, verhaftet. Nach einer früheren Festnahme hatte sie über Polizei-Folter berichtet." (>>LINK)


 

fnp-Interview mit Osman Okkan: "Türken zahlen hohen Preis für Freiheit"


"Es ist sehr besorgniserregend, dass unter dem Deckmantel des Ausnahmezustands immer neue Einschränkungen durchgesetzt werden und die Zahl der verfolgten Menschen steigt, sagt Osman Okkan im Interview mit der Frankfurter Neuen Presse, "soweit wir wissen, wurden bereits mehr als 60 000 Menschen inhaftiert, suspendiert oder aus ihren Ämtern entfernt. Das zeigt, dass nicht nur die Anhänger der Gülen-Bewegungen, die von Erdogan für den Putsch verantwortlich gemacht werden, sondern alle Oppositionelle zum Schweigen gebracht werden sollen." [...]

"Der Westen könnte vor allem die Prinzipien der Demokratie, der Menschenrechte sowie der individuellen Freiheiten, hochhalten und diese auch in aller Deutlichkeit gegenüber der AKP-Regierung verteidigen. Dann müsste auch die Türkei erkennen, dass solche Werte unverzichtbar sind. Selbst der Flüchtlingsdeal, der auf sehr fragilen humanitären Füßen steht, kann kein Hindernis sein, der türkischen Regierung die Meinung zu sagen zur Todesstrafe und der nachweislich verübten Lynchjustiz gegenüber echten oder vermeintlichen Putschisten. Das alles muss sehr deutlich zur Sprache gebracht werden." (>>LINK)


DLF-Interview mit Osman Okkan: "Der verlängerte Arm von Erdogan ist schon lange hier"


Viele junge Türken in Deutschland würden in Präsident Erdogan eine Identifikationsfigur sehen, sagte der deutsch-türkische Journalist und Filmemacher Osman Okkan im Deutschlandfunk. Sie würden sich von der deutschen Gesellschaft ausgegrenzt fühlen. Diese sei nicht in der Lage gewesen, sie an hiesigen Vorbildern zu orientieren, kritisierte Okkan. Die deutsche Gesellschaft müsse sich nun die Frage stellen, was bei der Integration der Türken in Deutschland falsch gemacht worden sei.

Zudem äußerte sich der Journalist besorgt über die aktuelle Lage in der Türkei. Erdogan plane eine "putineske Form des Präsidialsystems" und versuche einen Schulterschluss mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. (>>LINK)


Ausnahmezustand in der Türkei


Am 20. Juli verhängte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan den Ausnahmezustand für eine Dauer von drei Monaten.

"Nach dem Putschversuch in der Türkei", Analyse von Dr. Günter Seufert zur aktuellen Lage in der Türkei, Stiftung Wissenschaft und Politik (>>LINK)

"Erdogan verhängt Ausnahmezustand", Tagesschau (>>LINK)

"Gehorsam aus Angst. Der vereitelte Putschversuch in der Türkei festigt autoritäre Tendenzen, die lange vorher gewachsen sind. Der Umbau des Systems spiegelt die Psyche der Gesellschaft." Gastbeitrag von Haci-Halil Uslucan, Die Zeit (>>LINK)

"Wie Erdogan die Türkei nach dem gescheiterten Putsch säubert", Krautreporter (>>LINK)

"Wer nicht für den Präsidenten ist, verschanzt sich und schweigt", Süddeutsche Zeitung (>>LINK)


"Ich habe Angst", schreibt Ömer Erzeren in der taz


Der Sozialwissenschaftler und ehemalige Türkei-Korrespondent Ömer Erzeren schreibt: "Ich habe Angst. Angst um die Zukunft, um meine Familie, meinen Sohn. Gerade habe ich einen Tweet gelesen. Abgeschickt in der Nacht des Putschversuchs, als Soldaten die Bosporus-Brücke abriegelten und von Zivilisten überwältigt werden. „Schneidet ihnen die Kehlen durch! Werft sie von der Brücke, übergebt sie nicht der Polizei!“ Tatsächlich wird einem Rekruten an der Bosporus-Brücke von einem Lynchmob die Kehle durchgeschnitten. Die Videos kursieren im Internet." (>>LINK)


http://www.taz.de/!5319788/

„Machen Sie die Stimmen der ‚anderen Türkei‘ hörbar!“


Auf Initiative des KulturForums empfing EP-Präsident Martin Schulz im Juni 2016 den türkischen Journalisten Can Dündar, Chefredakteur der Tageszeitung Cumhuriyet, zusammen mit einer Delegation des KulturForums zu einem einstündigen Gespräch über die Situation in der Türkei und der türkischsprachigen Medien in der Türkei und in Europa.

Angesichts hunderter von Journalisten, die in den vergangenen Jahren in der Türkei bedroht, verfolgt und inhaftiert wurden, sprach Can Dündar von einer zunehmenden Gleichschaltung der türkischen Medien im In- und Ausland durch die AKP-Regierung. Präsident Erdogans direkte Kontrolle mehrerer Mediengruppe habe „Berlusconi-Ausmaße“ bereits überschritten. (>>MEHR)



"Teşekkürler, Cem Özdemir, für Ihren großen Einsatz"


+++Stellungnahme des KulturForum TürkeiDeutschland zu den Angriffen gegen zahlreiche türkeistämmige Abgeordnete des Deutschen Bundestages nach der Armenien Resolution +++

Deniz Yücel, Türkei-Korrespondent der "Welt", bedankt sich öffentlich bei dem Grünen-Abgeordneten Cem Özdemir, nachdem der Deutsche Bundestag Anfang Juni das Massaker an Armeniern im Osmanischen Reich in einer Resolution als Völkermord einstufte. Yücel schreibt: 

Lieber Cem Özdemir,

von Journalist zu Politiker sollte man derlei Worte unterlassen. Unter Fast-Landsleuten aber, von türkischem Hessen zu anatolischem Schwaben, seien sie in einer solchen Situation gestattet: Danke, Cem Özdemir! Danke dafür, dass Sie, entgegen aller Widerstände der Bundesregierung, des Kanzleramts wie der Auswärtigen Amts, die Resolution des Bundestages vorangetrieben haben. Dass Sie darauf hingewirkt haben, dass dieser Text frei von Ressentiments und Selbstgerechtigkeit ist. Dafür, dass Sie der Weltöffentlichkeit zeigen, dass nicht alle Türken (und Bindestrich-Türken) den Völkermord leugnen oder sich hinter Ausflüchten verstecken – als ob sich noch nie Historiker mit dieser Frage befasst hätten. Dass Sie dafür Anfeindungen und Risiken in Kauf nehmen. [...] (>>LINK)


"Von Atatürk bis Erdogan" - Neue WDR-Doku von Osman Okkan


Die vier Teile der neuen WDR-Dokumentation "Von Atatürk  bis Erdogan" von Osman Okkan werden ab 30. Mai 2016 über "Planet Schule" im WDR ausgestrahlt und sind über die WDR-Mediathek abrufbar.

Die erste Folge dokumentiert die Zeit 1915–1938: Atatürk und die Gründung der türkischen Republik': (>>LINK)

Weitere Folgen: "1938-1960: Atatürks Nachfolger: Inönü und Menderes" - "Die Armee greift nach der Macht" - "Erdogan und die AKP"


"Was war eigentlich vor Erdoğan? Der deutsch-türkische Dokumentarfilmer Osman Okkan schickte eine junge Kölnerin mit türkischen Wurzeln auf Türkei-Reise. Ab Montag zeigt der WDR Geschichtsstunden, die alles andere als dröge sind", schreibt Luisa Seeling in der Süddeutschen Zeitung über die 4-teilige WDR-Dokumentation "Von Atatürk bis Erdogan - Ferides Reise durch die Türkei".(>>LINK)

Buchmesse Ruhr - Ehrengast Osman Okkan


Zur Eröffnung der 11. Deutsch-türkischen Buchmesse Ruhr (29. April - 8. Mai 2016) hält der international bekannte Komponist, Sänger Schriftsteller und Filmregisseur Zülfü Livaneli eine Laudatio auf den diesjährigen Ehrengast, den Kölner Journalisten, Filmemacher und Mitbegründer des KulturForum TürkeiDeutschland Osman Okkan.

Mehr Informationen zum Programm (->LINK)

[April 2016]


Neues Filmportrait "Ara Güler"


Am 13. März 2016 wurde das Filmportrait "Ara Güler - A Legend of Istanbul" von Osman Okkan (30 Min./sonamedia 2016) in Istanbul zum ersten Mal aufgeführt. Zur Premierenfeier kamen neben Ara Güler auch der Nobelpreisträger Orhan Pamuk, Can Dündar, Murat Belge, Dogan Hizlan, Sener Sen, Ugur Yücel und viele weitere Gäste.

Der Filmemacher Osman Okkan hat den 1928 in Istanbul geborenen Fotografen Ara Güler ("das Auge Istanbuls"), der armenische Wurzeln hat, mehrere Jahre begleitet, u.a. nach Armenien, nach Aphrodisias und bei seinen Spaziergängen am Bosporus.

Für die Opfer eines Anschlags mit bis zu 37 Toten in Ankara am selben Abend fand spontan eine Gedenkminute statt. Das KulturForum verurteilt diese Tat. 


Verhaftungen nach Friedensaufruf


 

In der Türkei wurden im Januar mindestens 24 AkademikerInnen festgenommen. Sie hatten eine Petition unterschrieben, in der die türkische Regierung für ihr Vorgehen gegen die kurdische Bevölkerung im Osten des Landes kritisiert – und ein friedlicher Dialog eingefordert wird. Den Festgenommenen wird „Propaganda für eine Terrororganisation“ (PKK) vorgeworfen. Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hatte auch die Universitäten aufgefordert, gegen die Unterzeichner vorzugehen. Der Friedensaufruf war von über 1000 internationalen AkademikerInnen unterschrieben worden, darunter der US-Amerikaner Noam Chomsky.

Die Internetseite der „Akademiker für Frieden“, wie sich die Wissenschaftler nennen, ist seit Mitte Januar nicht mehr aufrufbar. Das KulturForum TürkeiDeutschland solidarisiert sich mit den Unterzeichnern des Aufrufes und schließt sich den Forderungen nach sofortiger Freilassung an.

Seit einem erneuten Scheitern einer Waffenruhe zwischen der türkischen Regierung und der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK war im Juli 2015 die Gewalt zwischen beiden Seiten wieder aufgeflammt. Hunderte Menschen wurden getötet, in mehreren Städten in den Kurdengebieten verhängte die Regierung Ausgangssperren.


Skandalöse Forderung der türkischen Staatsanwaltschaft: Lebenslange Haft für Can Dündar und Erdem Gül?


 

Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" (ROG) schlägt Alarm angesichts der skandalösen Forderung der türkischen Staatsanwaltschaft nach lebenslangen Haftstrafen für die Journalisten Can Dündar und Erdem Gül.
Der Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet", Can Dündar, und sein Kollege Erdem Gül sitzen seit Ende 2015 unter anderem wegen Spionagevorwürfen und Terrorverdacht in Untersuchungshaft.

Christoph Dreyer, Sprecher von "Reporter ohne Grenzen" in der tagesschau. "Wer kritischen Journalismus treibt, muss damit rechnen, Prozesse an den Hals zu kriegen oder im Gefängnis zu landen." Wer die Regierungspolitik kritisiert, werde vor Gericht gezerrt.

„Sie versuchen, uns, die Gesellschaft, das Land, die Welt, in eine einzige Farbe zu sperren“, schreibt Can Dündar aus seiner Gefängniszelle. „Ein einziger Chef soll reden, aus einem Mund sollen alle ihn rühmen, keinen einzigen Widerspruch soll es geben. Sie fürchten jede andere Farbe, die sich der Einzahl widersetzt. Wie das ,Weiß‘ soll jeder sich seiner Farben entledigen und vor der Fahne der Kapitulation niederknien.“

Das KulturForum TürkeiDeutschland unterstützt die harsche Kritik der ROG an der Pressefreiheit in der Türkei und solidarsiert sich mit Dündar und Gül.
Mehr Informationen:


Dienstag, 19. Januar 2016 18.30 UHR | Dokumentarfilm MORDFALL HRANT DINK – ARMENIER IN DER TÜRKEI


Deutschland 2009/2014 | 55 Minuten | R+B: Osman Okkan | Produktion: WDR | FSK nicht geprüft

Osman Okkan wird leider nicht dabei sein können, bittet um Nachsicht und lädt alle Intessenten und Freunde in der Gegend ein:

Kaum ein Ereignis hat die Türkei in den letzten Jahren so erschüttert wie die Ermordung des türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink, Herausgeber der zweisprachigen Wochenzeitung „Agos“, der am 19. Januar 2007 vor dem Verlagsgebäude erschossen wurde. Das Echo auf diese Tat war weltweit riesig, vor allem auch in der Türkei. Der vielfach ausgezeichnete Filmemacher Osman Okkan zeichnet in seiner Dokumentation den Lebensweg und die Ermordung Hrant Dinks nach, folgt den Etappen der mühseligen Wahrheitsfindung im Prozess und zeigt Menschen, die sich von Dinks Mut inspiriert fühlen, das Thema des Völkermords an den Armeniern in die Öffentlichkeit zu tragen.

19.30 Uhr | GESPRÄCH
Der Völkermord an den Armeniern 1915/16 – Geschichte und Gegenwart
Über die historischen und aktuellen Dimensionen des Genozids an den Armeniern sprechen
Cem Özdemir, Sibylle Thelen, Osman Okkan und Dr. Raffi Kantian
Moderation: Dr. Harald Haury

Cem Özdemir ist Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, Mitglied des Deutschen Bundestags und einer derjenigen, die sich für die Anerkennung des Völkermords seit Jahren einsetzen. Sibylle Thelen ist Leiterin des Bereichs Gedenkstättenarbeit bei der Landeszentrale für politische Bildung in Stuttgart sowie Turkologin und Autorin des Buchs „Die Armenierfrage in der Türkei“, das 2010 erschien. Der deutsch-türkische Journalist und Filmemacher Osman Okkan war lange Jahre Redakteur und Moderator beim Westdeutschen Rundfunk und ist Mitbegründer des Hrant Dink Forums Köln. Dr. Raffi Kantian ist seit 1999 Vorsitzender der Deutsch-Armenischen Gesellschaft und Herausgeber mehrerer Bücher über Armenien.

Eintritt frei | Flyer | koki-es.de 

Kommunales Kino, Maille 4-9, 73728 Esslingen


Gedenkveranstaltung zum 9. Todestag von Hrant Dink


Die zentrale Kölner Gedenkveranstaltung zum 9. Todestag des armenischen Journalisten Hrant Dink (1954-2007) findet statt am Sonntag, 17. Januar 2016, um 16 Uhr in der Alten Feuerwache Köln (Melchiorstraße 3).

An einem Podiumsgespräch nehmen teil: PETROS MARKARIS, Schriftsteller | KARIN KARAKAŞLI, Redakteurin der armenisch-türkischen Wochenzeitung Agos | DOĞAN AKHANLI, Schriftsteller | DR. RAFFI KANTIAN, Publizist.

Den musikalischen Rahmen gestalten STEPAN GANTRALYAN & MAURICIO ALMANZOR.

Moderiert wird der Nachmittag von Lale Konuk

Der Eintritt beträgt 5 EUR. Karten können ab sofort beim KulturForum reserviert werden. Eine Veranstaltung des KulturForum TürkeiDeutschland in Kooperation mit der deutsch-armenischen Gesellschaft und dem Hrant Dink Forum Köln.


Can Dündar: Brief aus dem Gefängnis


"Meine Straftat besteht aus einem Artikel, der die Regierung einer Lüge überführt", schreibt der in der Türkei inhaftierte Journalist Can Dündar, Chefredakteur der türkischen Tageszeitung Cumhuriyet.

Der Brief, aus dem dieses Zitat stammt, wurde von Dündars Anwälten an die Öffentlichkeit gebracht und in einer deutschen Übersetzung im Spiegel (52/2015) abgedruckt. (>>LINK)


Solidarität mit Can Dündar und Erdem Gül


Die Journalisten Can Dündar, Chefredakteur der liberalen türkischen Zeitung Cumhuriyet, und ihr Ankara-Korrespondent Erdem Gül sitzen weiter in der Türkei in Haft. In Kooperation mit dem KulturForum TürkeiDeutschland und vielen prominenten Unterstützern richtete das deutsch-türkische Literaturfestival „Literatürk“ im Internet eine Solidaritätsseite mit Hintergrund- und aktuellen Informationen ein.

In dem Aufruf heißt es: "Auf dieser Seite wollen wir Fakten und Hintergründe dokumentieren und Informationen über Solidaritätsaktivitäten mit Can Dündar und Erdem Gül zusammenstellen und verbreiten. Die Briefe und wichtigen Dokumente der verhafteten Journalisten, wie die Verteidigunsreden vor Gericht, werden ins Deutsche übersetzt.

speakupforfreepress.jimdo.com

Eine internationale Solidaritätskampagne auf change.org wurde im Dezember 2015 bereits von über 2300 Menschen unterstützt. (>>LINK)


"Das Grundrecht auf Asyl kennt keine Obergrenze"


  • Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach sich in einem Interview mit der Rheinischen Post eindeutig für den Schutz politisch verfolgter Menschen aus: "Das Grundrecht auf Asyl für politisch Verfolgte kennt keine Obergrenze." (>>LINK)
  • Wer bekommt Asyl? Wer kann Deutscher werden? Welche Routen nehmen die Flüchtlinge? Wie kann man helfen? Spiegel Online hat Antworten zusammengestellt: (>>LINK)
  • Jetzt muss sich zeigen, was die europäischen Grundrechte wirklich wert sind. Jetzt muss sich zeigen, was es wirklich auf sich hat mit dem Motto vom "Raum des Rechts, der Sicherheit und der Freiheit", schreibt Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung. (>>LINK)

 

Filmnächte über den Gezi-Park


Am 15. Juli und am 22. Juli 2015 jeweils um 19:30 Uhr präsentiert das KulturForum in der Alten Feuerwache in Köln zwei Filme: 

„Ein Traum von Istanbul“ – „Istanbul Hayali“: Portrait des „Gezi“-Architekten Aron Engel (99 Min., TR 2013), von Perihan Bayraktar

„Bis dass die Liebe die Welt erobert“ – „Yeryüzü Aşkın Yüzü Oluncaya Dek“: Dokumentarfilm von Reyan Tuvi über den Volksaufstand im Gezi-Park am Taksim-Platz 2013 (100 Min., TR 2013)

Mehr Infos (>>HIER)

[Juli 2015]


"Mordfall Hrant Dink" in Mainz


Am 16. Juli 2015 wurde die aktualisierte Dokumentation „Mordfall Hrant Dink – Armenier in der Türkei“ von Osman Okkan an der Universität Mainz gezeigt.
ARD-Tipp: „Der Filmemacher folgt den Etappen der mühseligen Wahrheitsfindung im Prozess und zeigt Menschen, die sich von Dinks Mut inspiriert fühlen, das Thema des Völkermords an den Armeniern in die Öffentlichkeit zu tragen, vom jungen Journalisten bei Agos bis zum Regisseur Fatih Akin, dessen Film The Cut vor dem Hintergrund der Ereignisse von 1915 spielt und gerade auch in der Türkei gezeigt worden ist.“ Infos (>>HIER) Plakat (>>HIER)

[Juli 2015]


Überraschende Türkei-Wahl


Erstmals in ihrer Geschichte erreichte die AKP am vergangenen Sonntag bei einer Parlamentswahl nicht die absolute Mehrheit (41 Prozent). Experten sehen das Votum als eine Absage an die Einführung eines präsidialen Systems. "Die Zeit" sieht in der Wählerentscheidung zudem einen "Beweis für die Wehrhaftigkeit der türkischen Demokratie gegen allzu machthungrige Politiker". Die pro-kurdische HDP erhielt 13,1 Prozent.

Im Vorfeld der Wahl hatte es massive Proteste und Konflikte gegeben. Die Organisation Reporter ohne Grenzen hatte ein Ende der "Schikanen von Staatsführung und Behörden" gegen kritische Medien gefordert. Es kam zu Angriffen auf die pro-kurdische Partei HDP mit Toten und Verletzten in mehreren Städten.

[Juni 2015]


Das KulturForum trauert um Günter Grass


"Eine der wichtigsten Stimmen Deutschlands" (Süddeutsche Zeitung), "Die Stimme der Nachriegszeit" (Tagesschau) - Nobelpreisträger Günter Grass starb im April im Alter von 87 Jahren in Lübeck.

Mit dem Tod unserer beiden Ehrenvorsitzenden Günter Grass und Yasar Kemal innerhalb weniger Wochen geht nicht nur für das KulturForum ein kulturell und politisch bedeutsamer Zeitabschnitt zu Ende: die Ära von literarischen Persönlichkeiten, die sich in ihren jeweiligen Gesellschaften und darüber hinaus durch ihre künstlerisch-sprachliche Fähigkeiten einen solchen Ruhm erarbeiteten, dass sie jederzeit und überall Gehör fanden und sich in gesellschaftliche Debatten einmischten, in denen sie sich mit starken Worten einsetzten für benachteiligte Minderheiten und immer wieder für eine demokratische, aufklärerische Debattenkultur.

[April 2015]


"Meinungsfreiheit in der Türkei" - Vortrag, Film, Gespräche


Anlässlich des Todes Yaşar Kemals laden der Städtepartnerschaftsverein Köln-Istanbul und das KulturForum am 14. April 2015 um 19 Uhr ein zu einem Vortrag von Osman Okkan über „Meinungsfreiheit in der Türkei“. Anschließend findet eine Gesprächsrunde statt und die Dokumentation Yaşar Kemal – Zwischen Poesie und Politik" aus der WDR-Reihe „Menschenlandschaften – Sechs Autorenportraits der Türkei“ wird gezeigt. Ort: Kölner Rathaus, Spanischer Bau.


Zehntausende bei Trauerfeier für Yaşar Kemal


Zehntausende kamen in Istanbul zu einer Trauerfeier für den Dichter, Rebellen und Volkshelden Yaşar Kemal, darunter der ehemalige Staatspräsident Abdullah Gül. Sie nahmen Abschied von dem wohl größten zeitgenössischen Schriftsteller der Türkei, der im Alter von 92 Jahren gestorben war - vor der Moschee in Teşvikiye, auf dem Friedhof in Zincirlikuyu und schließlich bei einer Trauerfeier mit hochkarätigen Gästen, darunter Zülfü Livaneli, im überfülltenn Lütfi-Kırdar-Saal, organisiert unter anderem vom KulturForum TürkeiDeutschland. (Foto: Taraf)

Die türkische Presse berichtete ausführlich und mit großer Anerkennung für den kurdischen Dichter und Friedenspreisträger - wie bereits seit dem Tod Kemals am 28. Februar 2015. Der deutsche Nobelpreisträger Günter Grass schrieb in der Cumhuriyet über seinen Freund und Dichterkollegen Yaşar Kemal. (>>LINK)

Fast zeitgleich hatte der inhaftierte PKK-Führer Abdullah Öcalan seine Anhänger zur Niederlegung ihrer Waffen aufgefordert und damit neue Hoffnung auf ein Ende des türkisch-kurdischen Konflikts in der Türkei gegeben. (>>LINK)

Kemal hatte sich sein Leben lang für eine Verständigung zwischen Türken und Kurden eingesetzt und für sein stets friedliches Engagement mehrere Gefängnisstrafen auf sich genommen.

Nachruf KulturForum TürkeiDeutschland (>>HIER)

Medienberichte (>>HIER)

[März 2015]


Yaşar Kemal gestorben


Unser  Ehrenvorsitzender, Freund, Begleiter, Vorbild und Vorausdenker Yaşar Kemal, eine herausragende poetische und politische Stimme der türkischsprachigen Literatur und Dichtung, die auch im Ausland Beachtung fand, ist von uns gegangen. Am 28. Februar 2015 starb Yaşar Kemal in Istanbul im Kreise seiner Familie.

Günter Grass hatte Kemal als einen Schriftsteller jenseits des Elfenbeinturms bezeichnet. In der Türkei war er unumstritten einer der bedeutendsten zeitgenössischen Schriftsteller, eine intellektuelle, moralische und politische Instanz. Trotz oder vielleicht aufgrund seiner multikulturellen Identität, aufgewachsen mit einem türkischen Vater und einer kurdischen Mutter, wirkte er immer auch versöhnend zwischen den Kulturen. (Bild KF; mit Osman Okkan)

Nachruf (>>HIER)


Hrant Dink und die Erinnerungskultur


In Gedenken an den ermordeten armenischen Journalisten Hrant Dink (1956-2007) luden die Deutsch-Armenische Gesellschaft und das KulturForum TürkeiDeutschland als Teil des  Hrant Dink Forum Köln am 25. Januar 2015 ein zu einer interkulturellen Veranstaltung zur Stärkung des Dialogs und der Verständigung.

"1915–2015: Hrant Dink und die Erinnerungskultur"

Mit MIGIRDIC MARGOSYANHAYKO BAGDAT l NAVID KERMANI l GÜNTER WALLRAFF l DOGAN AKHANLI l ILIAS UYAR l MURAD BAYRAKTAR l BERIVAN AYMAZ l RAFFI KANTIAN
Musik: ANNA DEINYAN, SATIK TUMYAN, HAYK DEINYAN.

Mehr Infos und Programm (>>HIER)

Flyer (>>HIER)

[Januar 2015]


Bundesverdienstkreuz "Engagement für Integration"


Im Juli 2014 überreichte Bundespräsident Joachim Gauck das Bundesverdienstkreuz an 25 Personen in Deutschland, die sich "in herausragender Weise um die Integration von Zugewanderten und ein gutes Miteinander in unserer Gesellschaft verdient gemacht" haben, die sich gegen Diskriminierung, Gewalt und Rassismus oder für die Stärkung von Frauenrechten einsetzen. Unter ihnen KF-Vorstandssprecher Osman Okkan, der allen Mitarbeiter/-innen, Ehrenamtlichen und Unterstützern des KulturForum für die erfolgreiche Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren dankt. Das KulturForum gratuliert allen, die diese Auszeichnung erhalten, darunter Hüseyin Sıtkı, Gründer des Türkischen Filmfestivals Frankfurt. (Foto: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung)

[Juli 2014]


Elif Safak in Köln


Im April 2014 stellte die türkische Autorin Elif Safak im Literaturhaus Köln ihren neuen Roman "Ehre" (Kein & Aber) vor. Elif Shafak beschreibt darin zwei Welten, die sie gut kennt; sie selbst lebt in London und Istanbul. Ihre Bucher sind in mehr als 30 Ländern erschienen – und haben immer wieder Diskussionen ausgelöst. Ihren neuen Roman stellte sie im Gespräch mit Osman Okkan vor. Übersetzung: Murad Bayraktar. Den deutschen Text las Edda Fischer. Der Abend fand in Kooperation mit dem KulturForum statt.

[April 2014]


Jubiläumskonzert im WDR am 22. Dezember


Für alle, die keine Karten mehr bekommen konnten:

Das Konzert mit Zülfü Livaneli, Maria Farantouri, dem Oud-Virtuosen Ara Dinkjian aus New York, Mehmet Akbaş und Anna Déinyan vom 24. November 2013 wird am 22. Dezember 2013 im WDR-Funkhaus Europa ausgestrahlt: 18 - 20 Uhr, Cafe Alaturka. Mehr unter www.funkhauseuropa.de

Mit dem Konzert unter dem Motto "Frieden jetzt!" im ausverkauften WDR-Klaus-von-Bismarck-Saal in Köln feierte das KulturForum sein 20-jähriges Bestehen - zusammen mit der Freundschaftsinitiative GriechenlandTürkei, die seit 25 Jahren besteht. 

[Dezember 2013]


Livaneli und Farantouri in Köln


Zülfü Livaneli, Maria Farantouri, der Oud-Virtuose Ara Dinkjian aus New York, Mehmet Akbaş und Anna Déinyan standen am 24. November 2013 gemeinsam unter dem Motto "Frieden jetzt!" auf der Bühne des ausverkauften WDR-Klaus-von-Bismarck-Saals in Köln. Mit diesem internationalen Konzert feierte das KulturForum sein 20-jähriges Bestehen - zusammen mit der Freundschaftsinitiative GriechenlandTürkei, die seit 25 Jahren besteht. 

[November 2013]


Solidarität aus Deutschland


Nach dem Aufruf zahlreicher Intellektueller aus der Türkei unter der Überschrift "Wir sind besorgt" solidarisieren sich immer mehr Künstler/-innen und Politiker/-innen aus Deutschland mit den Oppositionellen in der Türkei und protestieren gegen die anhaltende Polizeigewalt und Repressionen.

Zu den Unterzeichnenden aus der Türkei gehören Yasar Kemal, Ara Güler, Orhan Pamuk, Zülfü Livaneli, Fazil Say und viele andere.

Der vom KulturForum unterstützte Aufruf im Wortlaut mit den Namen der Unterzeichnenden (DE)   ENG)   (TR)   (FR)

Die Solidaritätserklärung aus Deutschland wurde unterzeichnet von Günter Grass, Mario Adorf, Wladimir Kaminer, Cem Özdemir, Claudia Roth, Shermin Langhoff, Sibel Kekilli, Recai Hallac, Osman Okkan und vielen anderen (>>HIER)


Offener Brief von Fatih Akin an Präsident Gül


In einem Offenen Brief an den türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül schreibt der Hamburger Starregisseur Fatih Akin: "Ich appelliere an Ihr Gewissen: Stoppen Sie diesen Irrsinn!" (Bild: Taraf)

Zuvor hatte er mit anderen Schauspielern, Filmemachern und Schriftstellern an Bundeskanzlerin Angela Merkel appelliert, für eine Ende der Gewalt in der Türkei einzutreten. In einem offenen Brief an Merkel heißt es: "Bitte schauen Sie nicht zu." 

Akins Appell haben zahlreiche Persönlichkeiten aus Deutschland und der Türkei unterzeichnet, darunter: Dani Levy, René Pollesch, Sebastian Nübling, Lukas Langhoff, Sibel Kekilli, Jan Josef Liefers, Anna Loos und zahlreiche Autorinnen und Autoren.

Der Offene Brief im Wortlaut (>>HIER)


 

"BAŞIN ÖNE EĞİLMESİN... / LASS DEN KOPF NICHT HÄNGEN..."


Zum 65. Todestag des türkischen Autors Sabahattin Ali (1907-1948) fand am 19. April eine Veranstaltung an der Universität Köln statt.

Im Anschluss an die Dokumentation "Sabahattin Ali" von Nilgün Matkav las der Schauspieler Bernt Hahn Texte von Sabahattin Ali. Anschließend im Gespräch: Prof. Dr. Filiz Ali, Tochter von Sabahattin Ali, Dr. Lale Akgün, NRW-Staatskanzlei, Ute Birgi, Übersetzerin, Hüseyin Erdem, Literaturwissenschaftler. Moderation: Osman Okkan, KulturForum

Sabahattin Ali, geboren 1907, war einer der bekanntesten Vertreter der modernen Literatur der Türkei. Wegen eines satirischen Gedichts wurde er 1932 angeklagt und inhaftiert. Mit Aziz Nesin war er befreundet, gemeinsam gaben sie ein Satiremagazin heraus. Auf der Flucht vor einer weiteren Haftstrafe wurde er 1948 getötet. Auf Deutsch erschienen: "Der Dämon in uns", Unionsverlag 2007 und "Madonna im Pelzmantel", Doerlemann 2008.

[April 2013]


"Menschenlandschaften" in Antalya


Am 22. März 2013 wurden die Filmportraits der Reihe "Menschenlandschaften" an der Akdeniz Universität in Antalya präsentiert. Anschließend fand ein Gespräch mit Regisseur Osman Okkan statt. Mehr (>>HIER)

Anfang März war die Reihe in Izmir an der Hochschule für Wirtschaft und an der Ege Universität zu sehen. Zuvor wurden die die Filme auf Englisch an der amerikanischen Universität The New School in New York präsentiert.

Mehr (>>HIER)

[März 2013]


Rolf Becker liest Armin T. Wegner


Am 26. Februar 2013 las Rolf Becker aus "Der Knabe Hüssein - Erzählungen aus Anatolien" von Armin T. Wegner.

Rahmenprogramm: Armenische, kurdische und türkische Musik von und mit Aslı Dila Kaya.

Eine Veranstaltung der Armin T. Wegner Gesellschaft zum Start der Werkausgabe des verfolgten Schriftstellers - in Kooperation mit KulturForum, P.E.N-Zentrum Deutschland

Alte Feuerwache Köln

[Februar 2013]


Hasan Cemal in Berlin und Köln


Im Januar stellte der türkische Autor Hasan Cemal, Enkel des für den Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich mitverantwortlichen Cemal Pascha, sein neues Buch "1915 - Ermeni Soykırımı" (1915 - Genozid an den Armeniern) an der HU Berlin und der Universität zu Köln vor.

Im Rahmen der Gedenkveranstaltungen für den 2007 ermordeten türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink. Foto: Jan Taşçı

Mehr (>>HIER)

[Januar 2013]


Auszeichnung


Anfang Dezember 2012 erhielt der Filmemacher und Vorstandssprecher des KulturForum, Osman Okkan, in Düsseldorf das Verdienstkreuz des Landes NRW, überreicht von Hannelore Kraft (Foto: Hülya Sahin). Prof. Recep Keskin, Vorstandsmitglied des KulturForum und Vorsitzender des Verbandes ATIAD, erhielt am 15. Dezember 2012 das Bundesverdienstkreuz.

Presseberichte (>>HIER)

[Dezember 2012]


"Menschenlandschaften" in der Türkei


Die Filmreihe "Menschenlandschaften" mit Portraits der Autoren Nazim Hikmet, Yasar Kemal, Orhan Pamuk, Elif Safak, Murathan Mungan und Asli Erdogan von Osman Okkan lief im Oktober 2012 mit großer Presseresonanz auch im türkischen Fernsehen (TRT-Türk). Parallel zu den laufenden Seminaren und Vorlesungen an den deutschen Universitäten wird die Reihe 2013 an mehreren türkischen Hochschulen als Seminarthema behandelt. Die Reihe wird am 5. Februar 2013 auch in der Abschlusslesung des Instituts Literatur und Medien an der Universität Essen vorgestellt [LINK]

TERMINE (>>HIER) | INFORMATIONEN (>>HIER) | PRESSESTIMMEN (>>HIER)

[Dezember 2012]


"Menschenlandschaften" in Essen


Am 19. Oktober wurde im Rahmen der Buchmesse Ruhr2012 der Film "Aslı Erdoğan: Grenzgängerin zwischen Himmel und Tod – Cennetin ve Ölümün Sınırında" aus der Reihe "Menschenlandschaften – İnsan Manzaraları" von Osman Okkan im Museum Folkwang Essen gezeigt. Anschließend fanden eine Lesung und ein Gespräch mit Aslı Erdoğan und Osman Okkan statt.

Am 29. März 2012 fand in Köln ein Pressegespräch mit Aslı Erdoğan statt. (>>HIER)

[Oktober 2012]


Lesung mit Oya Baydar, Melek Ulagay


Am 5. Oktober stellten die türkischen Autorinnen Oya Baydar und Melek Ulagay in der Zentralibibliothek Essen ihr im Frühjahr 2013 im Orlanda-Verlag erscheinendes Buch "Erzählen, um zu verstehen" vor. Anschließend Gespräch. Moderation: Osman Okkan, Übersetzung: Sabine Adatepe.

Im Rahmen des 8. türkisch-deutschen Festival Literatürk, das vom 1. bis 7. Oktober 2012 an unterschiedlichen Orten in Essen und im Ruhrgebiet stattfand, in Kooperation mit dem KulturForum u.a.

[Oktober 2012]


Preisverleihung


Am 29. Juni 2012 wurde dem KulturForum im Kleinen Sendesaal des WDR Funkhaus am Wallrafplatz der "Kulturpreis" der Kulturpolitischen Gesellschaft verliehen.

Mit Aslı Erdoğan, einer Video-Grußbotschaft von Günter Grass und anderen prominenten Gästen - bei Musik, Podiumsgespräch & Empfang.

Mehr Informationen (>>HIER)

[Juni 2012]


Wanderausstellung in Wiesbaden


Bis August 2012 war die zweisprachige Ausstellung "Erinnerungen an eine neue Heimat. Aus dem Leben deutscher Frauen in Istanbul und türkischer Frauen in Berlin" im frauen museum wiesbaden zu sehen. Ein zweisprachiger Katalog zur Ausstellung und zwei begleitende Filme auf DVD (Deutsch, Türkisch) sind über das KulturForum erhältlich.

Mehr INFORMATIONEN (>>HIER)

[September 2012]


"Mordakte Hrant Dink" in Gelsenkirchen


Am 23. Mai 2012 wurde im Kulturraum "die flora" in Gelsenkirchen die 2010 mit dem Intermedia-Globe in Gold ausgezeichnete Dokumentation "Mordakte Hrant Dink - Armenier in der Türkei" (WDR/ARTE 2009) von Osman Okkan und Simone Sitte gezeigt. Anschließend Gespräch mit dem Regisseur. Mehr (>>HIER)

Mehr Informationen zum Film (>>HIER)

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Integrationsbeauftragten der Stadt Gelsenkirchen. Am 9. Mai 2012 wurde in der gleichen Reihe der Film "Aghet - Ein Völkermord" von Eric Friedler gezeigt.

[Mai 2012]


Buch: "Auf Zeit. Für immer"


Das Buch "Auf Zeit. Für immer - Zuwanderer aus der Türkei erinnern sich" erschien im Oktober 2011 bei der Bundeszentrale für politische Bildung und im Kiepenheuer & Witsch Verlag. Herausgegeben von Dorte Huneke und Jeannette Goddar, mit Beiträgen von Günter Wallraff, Barbara John, Osman Okkan u.a.

Mehr Termine und Informationen (>>HIER)

Ausschnitte aus dem Buch (>>HIER)     Pressestimmen (>>HIER)

[Februar 2012]


50 Jahre Migration aus der Türkei


Zum 50. Jahrestag des Anwerbeabkommens mit der Türkei schloss das KulturForum eine Projektpartnerschaft mit dem Dokumentationszentrum und Museum für Migration in Deutschland (DOMiD), der Stiftung Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung und der Türkischen Gemeinde in Deutschland.

Projekte und Publikationen zum Jahrestag (>>HIER)


Hintergrundgespräche mit BK Angela Merkel


Bereits mehrfach empfing Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel eine Gruppe leitender Redakteure türkischsprachiger Medien in Deutschland zu einem Hintergrundgespräch im Kanzleramt. Organisiert wurden die Termine vom KulturForum TürkeiDeutschland. Foto: Bundesregierung, Steffen Kugler

Mehr Informationen (>>HIER)

[November 2010]


Ehrenvorsitz: Günter Grass, Yaşar Kemal


Das KulturForum organisierte in den vergangenen Jahren mehrere Begegnungen der weltberühmten Autoren Günter Grass und Yaşar Kemal, den Ehrenvorsitzenden des KulturForum - in Lübeck, Berlin, Istanbul.

Informationen zu Veranstaltungen und Publikationen (>>HIER)


Ältere Beiträge


Weitere Veranstaltungen und Publikationen des KulturForum (>>HIER LESEN)

Nachrufe, Stellungnahmen (HIER)



"Ihr seid in meinem Rettungsland angegriffen worden"


Anlässlich des Jahresgedenkens an die Anschläge von Mölln im November 1992 erinnert der Schriftsteller Doğan Akhanli sich in einer bewegenden Rede, die der Kölner Stadtanzeiger abdruckte, wie unsicher er sich selbst als Geflüchteter in einer Asylunterkunft gefühlt hat. Der Wahl-Kölner bezeichnet Deutschland heute als sein "Rettungsland. (Foto: Manfred Wegener) (>>LINK)


Eine Art Amnestie für Sexualstraftäter


UNICEF, Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA), UN Frauen und Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) warnten in einer gemeinsamen Erklärung, dass der neue Gesetzesentwurf über den sexuellen Missbrauch zu einer Art Amnestie für Täter von Kindesmissbrauch führen könnte.(>>LINK Deutsche Welle TR)

 


"Frauenrechte in der Türkei: An der Seite des Mannes"


"Die Politik und Rhetorik der AKP tötet Frauen oder lässt sie verarmen. Dennoch gibt es viele AKP-Unterstützerinnen. Wie kann das sein?"

Eine Analyse von Sibel Schick in der taz (>>LINK)


Trittin fordert Stopp deutscher Waffenlieferungen an die Türkei


Der Grünen-Außenpolitiker Jürgen Trittin hat einen Stopp deutscher Waffenlieferungen an die Türkei gefordert. Der Nato-Partner dürfe nicht mit Rüstungsgütern versorgt werden, die sie bei ihrem „Krieg gegen Teile der eigenen Bevölkerung“ einsetzen könne, sagte Trittin am Rande der Jahrestagung der Parlamentarischen Versammlung der Nato in Istanbul. (>>Deutsche Welle)


Einzige christliche Oberbürgermeisterin in Mardin abgesetzt


Die einzige Christin und Oberbürgermeisterin in der Türkei wurde mit ihrem kurdischen Kollegen Ahmet Türk an der Doppelspitze der Stadt Mardin im Zuge der Amtsenthebungswelle in der Türkei abgesetzt. Quelle: BVDAD (>>LINK)


Haftverschonung für Sexualstraftäter


Eklat im türkischen Parlament: Sexualstraftäter sollen eine sofortige Haftverschonung bekommen, wenn sie die Geschädigte heiraten. Die Vorlage wurde mit den Stimmen der AKP-Fraktion beschlossen. Da zu wenige anwesend waren, wurde die endgültige Entscheidung auf Dienstag (22.11.2016) verschoben. Laut Justizminister Bozdağ könnten nach der Verabschiedung des Gesetzes bis zu 4000 Sexualstraftäter freigelassen werden.


Offener Brief an Angela Merkel


"Dies ist keine 'alarmierende Situation' mehr, es handelt sich auch nicht mehr um Gleichschaltung der Medien und Maßnahmen gegen die sogenannte 4.Gewalt, sondern bedeutet faktisch die Abschaffung der parlamentarischen Demokratie. Seit geraumer Zeit werden die rechtsstaatlichen Prinzipien in der Türkei mit Füßen getreten, Kritiker der Regierung zahlen den Preis mit Anfeindungen, Geldstrafen, Gefängnis, Gewalt und mit ihrem Leben." - Mit diesen Worten wendet sich die Intendantin des Berliner Maxim Gorki Theaters, Shermin Langhoff, in einem Offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel. (>>LINK, Der Tagesspiegel) 


"Wir verlieren die Türkei gerade"


Im Gespräch mit deutschen MedienvertreterInnen erklärte der ehemalige Chefredakteur der türkischen Tageszeitung Cumhuriyet, Can Dündar, die Reaktion der deutschen Regierung auf das Vorgehen der türkischen Regierung sei "wirklich schwach": "Besorgt sein hilt uns türkischen Journalisten nicht."

Die türkischen Behörden hatten am Montag 13 "Cumhuriyet"-Mitarbeiter wegen angeblicher Unterstützung einer terroristischen Organisation festgenommen, darunter auch Chefredakteur Murat Sabuncu. Die Staatsanwaltschaft wirft der Zeitung vor, die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und die Bewegung des Predigers Fethullah Gülen unterstützt zu haben. (Der Spiegel >>LINK)


Abgesagte Kunst-Biennale aus der Türkei nach Europa holen


In der Stadt Çanakkale an den Dardanellen wurde nach einer Hetz-Kampagne gegen Beral Madra, Doyenne der türkischen Kunstszene und Leiterin der Biennale, die geplante 5. Kunstbiennale abgesagt.

Kurz nach dem Putsch war bereits die Kunstbiennale von Sinope am Schwarzen Meer abgesagt worden. Doch stets beteuerten das Kuratorenteam und der liberale Bürgermeister von Çanakkale, dass die 5. Çanakkale-Biennale durchgeführt werde. Doch Beral Madra wurde von einem AKP-Abgeordneten vorgeworfen, die prokurdische Partei HDP zu unterstützen, und eine „Pusch-Befürworterin“ zu sein. Parallel dazu startete in der von AKP kontrollierten Presse eine Schlammschlacht gegen Madra, die als international ausgewiesene Kuratorin und Mitbegründerin der Istanbul auch im Ausland großes Ansehen genießt.

Das KulturForum unterstützt alle Bemühungen, die in der Türkei abgesagten Kunst-Biennalen nach Europa zu holen.


Solidaritätsinitiative mit den demokratischen Kräften in der Türkei


Offener Brief

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, sehr geehrter Herr Außenminister,


kaum ein Tag vergeht, an dem sich die Menschenrechtslage in der Türkei nicht verschlechtert. Nicht erst seit dem gescheiterten Putschversuch im Juli geht die Regierung gegen die demokratische Opposition vor. Nach wie vor wird der brutale Krieg im Osten des Landes gegen die kurdische Bevölkerung fortgesetzt. Alleine seit dem Abbruch der Friedensverhandlungen vor einem Jahr wurden hunderte Zivilisten durch türkische Spezialeinheiten umgebracht, mehrere Städte im Südosten der Türkei komplett zerstört und hunderttausende Menschen zu Obdachlosen. Ohne die politische Duldung der deutschen Bundesregierung könnten diese schweren Menschenrechtsverletzungen durch die türkische Regierung nicht ungeniert stattfinden.

Ebenso wenig Verständnis haben wir dafür, dass – bisher unbemerkt von der politischen Öffentlichkeit – ein deutscher Staatsbürger seit Januar 2016 in der Türkei festsitzt und von den türkischen Behörden an der Ausreise gehindert wird. Der Politikschaftler Dr. Sharo Ibrahim Garip hat an der Kölner Universität bis 2004 studiert und am Lehrstuhl für Vergleichende Politikwissenschaft promoviert. Vor zwei Jahren hatte er als Dozent an der Universität in Van im Osten der Türkei einen Lehrauftrag angenommen. Ihm wird vorgeworfen, Propaganda für eine Terrororganisation betrieben zu haben. Dabei war und ist sein einziges Vergehen, einen Aufruf der Initiative „Akademiker für den Frieden“ unterschrieben zu haben. Die Initiative „Akademiker für den Frieden“, die inzwischen mit dem Aachener Friedenspreis 2016 ausgezeichnet wurde, fordert in diesem Aufruf ein Ende des brutalen Krieges im Osten der Türkei und stellt klar, dass sie sich an diesem Verbrechen nicht mitschuldig machen werden. Diese Forderung, die trotz massiver Repression inzwischen von über 2.200 Akademikern unterzeichnet wurde, legt den Finger in die Wunde des Problems und fordert eine friedliche Lösung am Verhandlungstisch.

Wir fordern daher die Bundesregierung dazu auf:

Politisch dafür zu wirken, dass die türkische Regierung die Gewalt im Osten der Türkei beendet und die Friedensverhandlungen mit den kurdischen Organisationen wieder aufnimmt. Es kann und darf kein Wegschauen und kein „Weiter so“ geben, weil Menschenrechte universell sind und keinerlei politischem Kalkül, wie der Aufrechterhaltung des Flüchtlingspakts, zum Opfer fallen dürfen.

Wir erwarten ferner von der Bundesregierung, dass sie mit deutlicher Stimme die Einhaltung der nicht verhandelbaren, universellen Rechte auf Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Wissenschaftsfreiheit, Presse- und Religionsfreiheit von der türkischen Regierung einfordert und damit endlich der demokratischen Opposition den Rücken stärkt!

Außerdem fordern wir die Bundesregierung dazu auf, unverzüglich dafür zu sorgen, dass Herr Dr. Sharo Ibrahim Garip sein Recht auf Reisefreiheit wahrnehmen und die Türkei verlassen kann. Er ist seit Mitte Januar 2016 von seiner Dozententätigkeit suspendiert und wartet seit über acht Monaten in Istanbul auf seine Ausreise nach Deutschland. Dr. Garip muss seitens des diplomatischen Dienstes intensiver betreut und finanziell unterstützt werden. Es kann nicht angehen, dass deutsche Staatsbürger aufgrund einer Äußerung als Akademiker von einem Partnerland wie der Türkei als Verbrecher behandelt werden. Die Anklagen gegen die „Akademiker für den Frieden“ müssen fallen gelassen werden.


Köln, 28. September 2016

Bitte unterzeichnen Sie hier: solidaritaetsbrief.org/unterzeichnen.php


Unterschriftenkampagne: Wissenschaftler für den Frieden


Die Unterschriftenkampagne für die Freilassung der inhaftierten SchriftstellerInnen und JournalistInnen in der Türkei, wie Mehmet und Ahmet Altan, Asli Erdogan, Necmiye Alpay, Nazli Ilicak u.v.a.m., wurde bereits von vielen namhaften Persönlichkeiten und Intellektuellen unterschrieben (über 300 UnterzeichnerInnen).

Darunter befinden sich die drei Literaturnobelpreisträger John Maxwell CoetzeeOrhan Pamuk und Herta Müller, die Schriftsteller Elif SafakSalman Rushdie, Günter Wallraff und Dogan Akhanli, der Politiker Cem Özdemir und Wissenschaftler wie Prof. Daron Acemoglu (MIT), Prof. Seyla Benhabib, (Yale University), Prof. Noam Chomsky (MIT), Prof. Dr. Hans-Lukas Kieser (University Zürich) und Prof. Immanuel Wallerstein (Yale University) u.v.a.m.

Diese Kampagne können Sie persönlich mit Ihrer Unterschrift unterstützen unter: change.org.


Tausende trauern um Tarık Akan


Zur Beerdigung des im September verstorbenen Tarık Akan - Hauptdarsteller des legendären Dramas "Yol - Der Weg" über den Militärputsch 1980 in der Türkei, preisgekrönter Schauspieler und politischer Aktivist - kamen Tausende in Istanbul zusammen, darunter der ehemalige Staatspräsident Ahmet Necdet Sezer und der CHP-Vorsitzende Kemal Kılıçdaroğlu. Fazıl Say spielte auf dem Klavier.

2012 hatte er beim Nürnberger Filmfestival TürkeiDeutschland den Ehrenpreis erhalten und erklärt, dass kritische Künstler in der Türkei ihres Lebens nicht sicher sein könnten und die Regierung sich zunehmend von den Grundsätzen eines modernen Rechtsstaates entferne.


Elif Shafak: "Ja ich mache mir Sorgen..."


In einem Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung erklärt die türkische Schriftstellerin Elif Shafak: "Ja, ich mache mir Sorgen, dass die Türkei sich von einer reifen, liberalen und pluralistischen Demokratie abkehrt. Sie bewegt sich derzeit in die entgegengesetzte Richtung.... Asli Erdogan, Necmiye Alpay, Nuriye Akan, Sahin Alpay, Mehmet Altan, Ahmet Altan – sie alle sind Autoren und Journalisten, und es ist schrecklich, dass sie im Gefängnis sitzen. Der Putschversuch hat die Nation traumatisiert, so sind die emotionalen Reaktionen teilweise verständlich; aber es läge in der Verantwortung einer Regierung, sicherzustellen, dass die Lage nicht ausser Kontrolle gerät. Ich fürchte aber, dass die Regierung das Gegenteil tut." (>>LINK)

Der Filmemacher Osman Okkan porträtierte die Autorin Elif Shafak und ihr Werk in der Filmreihe "Menschenlandschaften".


"Leica Award" für Ara Güler


Der berühmte Magnum-Fotograf Ara Güler wird Ende 2016 in Istanbul mit dem Leica Hall of Fame Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet und mit einer umfangreichen Ausstellung im Rahmen der photokina 2016 in der Leica Galerie „Masters of Photography“ geehrt. Die Ausstellung ist im Zeitraum 20.–25. September, täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr in der Leica Galerie „Masters of Photography“ (Halle 1) im Rahmen der photokina 2016 in Köln zu sehen.

Zur Eröffnung der Ausstellung sprechen Andre Kaufmann, Chairman of the Leica Supervisory Board, und Karin Rehn-Kaufmann, Art Director of Leica Galeries International. Die Laudatio hält der Kölner Filmemacher Osman Okkan, der den Fotografen und sein Werk in der Filmreihe "Menschenlandschaften" porträtierte.


Hintergrund zu den aktuellen Ereignissen in der Türkei


Die erste Folge der neuen 4-teiligen Filmreihe von Osman Okkan dokumentiert die Zeit 1915–1938: Atatürk und die Gründung der türkischen Republik': (>>LINK) Weitere Folgen: "1938-1960: Atatürks Nachfolger: Inönü und Menderes" - "Die Armee greift nach der Macht" - "Erdogan und die AKP"


Verstorben: Michael Schomers


In tiefer Trauer für einen aufrechten Kollegen und Mitkämpfer, der unsere Film-Reihe "Menschenlandschaften - Sechs Autorenportraits" mitproduziert hat: Der Filmproduzent Michael Schomer starb am 23. Juni 2016. Der Vorstand des KulturForum TürkeiDeutschland drückt sein solidarisches Mitgefühl für Ulla Schomers, alle Angehörigen und Freunde aus.


Abschied von Rupert Neudeck: "Ein mulmiges Gefühl zu haben, genügt nicht mehr!"


Zusammen mit tausenden Trauernden nahmen Vertreter des KulturForums am 13. Juni in der St. Aposteln-Kirche Abschied von Rupert Neudeck, dem großen Kämpfer für Menschenrechte und Gründer der Hilfsorganisation "Cap Anamur", deren Hilfsschiffe  zwischen 1979 und 1986 über 10.000 Menschen aus dem Südchinesischen Meer retteten. 

„Einen wahren Christen“ nannte der Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Woelki den Initiator dieser beispiellosen Hilfsaktion, der sich bis zuletzt mit ganzer Kraft. auch für Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und anderen Ländern einsetzte. Rupert Neudeck, gestorben am 31. Mai 2016, war dem KulturForum seit der Gründung eng verbunden und nahm als Gastreferent und Hörfunk-Redakteur an vielen Veranstaltungen teil.

„Rupert Neudeck fehlt unserem Gemeinwesen“, sagte der Kölner Schrifsteller Navid Kermani in seiner Abschiedsrede: „Seine Tat in der Not fehlt, seine Menschenfreundlichkeit, die über das übliche Maß hinausging.“ Neudeck habe auf Ungerechtigkeiten reagiert, habe geholfen, statt nur "ein mulmiges Gefühl zu haben. Er trug mehr als andere Menschen.“ Nun, wo er nicht mehr lebe, müsse jeder von uns ein bisschen mehr tragen als sonst. „Sonst schaffen wir das nicht. Ein mulmiges Gefühl zu haben, genügt nicht mehr.“

Das KulturForum wird Rupert Neudeck stets ein ehrendes Andenken bewahren.


"Menschenlandschaften" an der Universität Duisburg-Essen


An der Universität Duisburg-Essen wird im Sommersemester erneut das Seminar "Literatur und Medien: Menschenlandschaften" unter der Leitung des Regisseurs Osman Okkan angeboten. Grundlage ist die Filmreihe "Menschenlandschaften. Sechs Autorenportraits der Türkei" über Nazim Hikmet, Yasar Kemal, Orhan Pamuk, Elif Safak, Murathan Mungan, Asli Erdogan.


Filmprojekt "Asyl in Deutschland"


Am Donnerstag, 9. Juni 2016 wird um 19 Uhr im Museum für verwandte Kunst das Projekt "Asyl in Deutschland - Die Anhörung" vorgestellt.

"Asyl in Deutschland - Die Anhörung" ist eine Initiative des Kölner Flüchtlingsrats und verschiedener Kölner Filmschaffenden, ein Erstberatungsangebot für Geflüchtete über die Anhörung zu schaffen, den zentralen Moment eines*r jeden Asylsuchenden. Dabei ist ein Video entstanden, das ab dem 10. Juni in 14 Sprachfassungen zur Verfügung steht (>>LINK).

Am 9. Juni wird der Film zunächst auf Deutsch und anschließend in seinen 13 weitere Sprachen gezeigt. Mehr Informationen unter: info@asylindeutschland.de

Museum für verwandte Kunst, Genterstraße 6, 50672 Köln


Über das Podiumsgespräch berichtet der Kölner Stadtanzeiger:

"Okkan fand im Gespräch mit Moderator Murad Bayraktar deutliche Worte für die aktuelle Lage in der Türkei, nahm jedoch auch die Deutschen in die Pflicht. Obwohl rund drei Millionen türkischstämmige Menschen in Deutschland lebten, sei das Wissen über deren Herkunftsland sehr gering. Ohne historische Einordnung könne man die aktuellen Entwicklungen in der Türkei jedoch nicht verstehen. Vor diesem Hintergrund entstand auch das aktuelle Filmprojekt, das beginnend bei Atatürk gut 100 Jahre türkische Geschichte beleuchtet." (>>LINK)


Künstler machen sich in der Causa Böhmermann für die Pressefreiheit stark


Nach dem Skandal um ein Schmähgedicht von Jan Böhmermann auf den türkischen Präsidenten haben viele KünstlerInnen in Deutschland sich mit dem ZDF-Satiriker solidarisiert. Unter anderem forderten Schauspieler Matthias Brandt, Pianist Igor Levit und Schauspielerin Katja Riemann in einem offenen Brief, die juristischen Ermittlungen unverzüglich einzustellen.

Das KulturForum verurteilt diesen und jeden anderen Angriff auf die Meinungs- und Pressefreiheit in Deutschland - sowie in der Türkei. (->LINK)

Die Bundesregierung prüft derweil das Strafbegehren der Türkei. Böhmermann wurde unter Polizeischutz gestellt.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erklärte: "Ich kann es überhaupt nicht nachvollziehen, dass ein deutscher Botschafter wegen eines zugegebenermaßen unmöglichen satirischen Liedes einbestellt wird."

Frank Werneke, stellvertretender Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) erklärte: "Die Bundesregierung muss an dieser Stelle glaubwürdig die Meinungs- und Pressefreiheit verteidigen. Jan Böhmermann hat kein Schmähgedicht verfasst, sondern durch eine vorangestellte Erklärung auf subtile Art und Weise die Mechanismen von Satire und bedrohter Pressefreiheit dargestellt. Die Menschen in Deutschland erwarten, dass die Bundesregierung demokratische Grundrechte wie die uneingeschränkte Meinungs- und Kunstfreiheit ohne Wenn und Aber verteidigt. Auch und vor allem angesichts des Flüchtlingsabkommens mit der Türkei."(->LINK)

[April 2016]


Presse und Freiheit in der Türkei


März 2016

„Die Bundeskanzlerin muss endlich öffentlich Stellung beziehen zu den immer dreisteren Angriffen der Türkei auf unabhängige Medien und kritische Journalisten“, sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr. Die Organisation verweist zudem mit Blick auf den laufenden EU-Türkei-Gipfel darauf, dass in der vergangenen Woche die türkische Justiz die Nachrichtenagentur Cihan unter staatliche Zwangsverwaltung gestellt hatte, ebenso wie zuvor schon die größte oppositionelle Zeitung Zaman. In der Gipfelerklärung der EU-Staats- und Regierungschefs fand sich keine Kritik daran. >>LINK

Lenz Jacobsen schreibt in der Zeit: "So ist dieser EU-Gipfel auch ein Test, ob Merkels bemerkenswerte, aber riskante Türkeipolitik funktioniert: Nur verhandeln, nicht anfassen." >>LINK

Von den zunehmenden Beschränkungen der Pressefreiheit in der Türkei sind auch deutsche Medien betroffen: Weil die türkischen Behörden seine Akkreditierung nicht verlängerten, zog der "Spiegel" im März 2016 seinen Türkei-Korrespondenten Hasnain Kazim aus Istanbul ab.
"In der Schwebe" (Süddeutsche): >>LINK

Nach Hinweisen der deutschen Sicherheitsbehörden auf geplante Anschläge gegen deutsche Vertretungen in der Türkei vor blieben am 17. März 2016 alle deutschen Vertretungen in der Türkei geschlossen.


Tagung zum Völkermord an den Armeniern


Am 5. September veranstalteten die Heinrich-Böll-Stiftung und die Deutsch-Armenische Gesellschaft eine internationale Tagung zum Genozid an den Armeniern im Osmanischen Reich.
Nach der historischen Ansprache  von Bundespräsident Gauck vom 23. April 2015 im Berliner Dom und der ebenfalls historischen Debatte im Deutschen Bundestag vom 24. April 2015 zum Völkermord an den Armeniern steht eine abschließende Resolution des Deutschen Bundestages noch aus. Diese soll in der zweiten Jahreshälfte verabschiedet werden.
Die Tagung sollte dazu beitragen, das Thema wieder ins Gedächtnis der Öffentlichkeit zu rufen, auch in das der Bundestagsabgeordneten. Mehr unter: www.boell.de



Chomsky über Griechenland, Europa und die USA


„Griechenland wird gerade zerstört“, erklärt Noam Chomsky in einem spannenden Interview mit Euronews. „In Griechenland war es die von den USA unterstützte faschistische Diktatur, die einen großen Teil der Schulden machte.“
Nachzulesen hier (>>LINK)


Seenotrettung


Über 1000 Menschen starben in den vergangenen Tagen auf der Flucht nach Europa. Das KulturForum setzt sich mit Pro Asyl für ein EU-Seenotrettungsprogramm sowie legale, gefahrenfreie Fluchtwege ein, um das Massensterben der Flüchtlinge beenden. Die EU muss endlich handeln. Wie Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung formulierte: "Diese Union tötet; sie tötet durch Unterlassen, durch unterlassene Hilfeleistung." (>>HIER) 

Mehr Infos (>>HIER)  

Mailaktion von Pro Asyl: (>>HIER) 


Solidarität mit Charlie Hebdo


Das KulturForum solidarisiert sich zusammen mit zahlreichen internationalen Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Medien mit den Opfern der Anschläge gegen die Pressefreiheit in Paris: Bei dem Anschlag auf die Redaktion des Satiremagazins "Charlie Hebdo" im Januar 2015 wurden mindestens zwölf Menschen getötet, weitere verletzt.

Zehntausende Franzosen solidarisierten sich am Abend des Anschlags öffentlich mit "Charlie Hebdo" - ähnlich wie nach der Ermordung des armenischen Journalisten Hrant Dink im Januar 2007 in Istanbul Tausende sponan auf die Straße gingen.


Georg-Fritze-Gedächtnisgabe an Dogan Akhanlı


„Wir brauchen einen transnationalen Gedächtnisraum“, sagte der Kölner Autor Dogan Akhanlı, als er im September 2014 im Haus der Evangelischen Kirche in Köln die Georg-Fritze-Gedächtnisgabe erhielt. Die Auszeichnung erhalten Personen oder Gruppen, die sich für Opfer von Diktatur und Gewalt einsetzen. Die Laudatio hielt der Hamburger Filmemacher Fatih Akın.

Laudatio Fatih Akın (>>LINK)
Bericht Ev. Kirchenverband Köln und Region (>>LINK)


Protest am Tigris


Nicht nur zur WM in Brasilien oder in Qatar werden umstrittene Bauprojekte hinter geschlossenen Türen finanziert und umgesetzt, sondern auch in der Türkei, genauer in Hasankeyf. In dem Ort am Tigris soll nächstes Jahr ein Staudamm-Projekt realisiert werden, das wertvolle Geschichte zerstört. Ein sehenswerter Beitrag der Deutschen Welle zu diesem Thema bei "Global 3000 - Das Globalisierungsmagazin" (>>LINK)


Solidarität mit Bergleuten in Soma


Hunderte Bergleute verunglückten im Mai 2014 auf tragische Weise in der Stadt Soma im Westen der Türkei nach Ausbruch eines Feuers. Die türkische Zeitung "Sendika" (Gewerkschaft) fasst die Ereignisse und Hintergründe auf Englisch zusammen. Unsere Gedanken sind bei den Familien und Angehörigen der verunglückten Kumpels.

"Turkey's neoliberal Death Toll: Hundreds of Miners Died in Great Soma Massacre" <<LINK


Ehrung für Yasar Kemal


Der türkische Schriftsteller und Friedenspreisträger Yasar Kemal erhielt im September 2013 in Anwesenheit zahlreicher Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur vom armenischen Kulturministerium die Grigor Narekatsi Medaille. Das armenische Volk sei Kemal sehr verbunden wegen seines jahrzehntelangen Engagements für die Rechte der Minderheiten und für den Erhalt ihres kulturellen Erbes in der Türkei. Kemal hat sich unter anderem persönlich gegen die Zerstörung einer armenischen Kirche auf der Insel Achtamar im Van-See eingesetzt und sie vor der Zerstörung gerettet.


Prozess gegen Doğan Akhanlı vertagt


Der Prozess gegen den Kölner Autor Doğan Akhanlı wegen seiner angeblichen Teilnahme an einem Raubüberfall im Jahre 1989 wurde am 31. Juli 2013 vom Istanbuler Strafgerichtshof auf den 4. Oktober 2013 vertagt. Die Intiative gerechtigkeit-fuer-dogan-akhanli.de, die mit zahlreichen internationalen Unterstützern vor Ort vertreten war, unter anderem Günter Wallraff, bezeichnet die Entscheidung des Gerichts als "mutlos" und weist in einer Presseerklärung darauf hin, "wie eng dieses Verfahren mit den aktuellen Repressionen gegen die neuen Demokratiebewegungen in der Türkei verbunden ist". (>>HIER)


Ehrenpreis für Prof. Nermin Abadan-Unat


Die Migrationsforscherin Frau Prof. Nermin Abadan-Unat erhielt Ende April für ihre besonderen Verdienste den Ehrenpreis der Gesellschaft für türkischsprachige Psychotherapie und psychosoziale Beratung (GTP e.V.). Abadan-Unat hat die erste sozialwissenschaftliche Studie über die türkischen Gastarbeiter in Deutschland durchgeführt (1964). In dieser Studie ging es nicht in erster Linie um wissenschaftliche Erkenntnisse, sondern um die Geschichten hinter diesen Erkenntnissen.


Mit Rakel Dink in Köln


Unter dem Titel "Zeitzeuginnen des Kampfes für Gerechtigkeit und Freiheit" traten am 10. März vier Frauen für ihre misshandelten, ermordeten Männer und Söhne auf: Rakel Dink, Yeter Gültekin, Işılay Karagöz, Şenge Kahraman für Hrant Dink, Hasret Gültekin, Enver Karagöz, die Söhne Kahramans und alle weiteren Opfer politischer Verfolgung. Plakat (>>HIER)


Fuat Bultan gestorben


Für die Hörer des WDR-Programms Köln Radyosu war er jahrzehntelang der Ratgeber - als Sprecher der türkischen Radiokolumne "Sorular ve Cevaplar" (Fragen & Antworten). Der 1933 geborene Autor Fuat Bultan war außerdem langjähriger Bundeskoordinator des Sozialdienstes der Arbeiterwohlfahrt für Türken in Deutschland. Als Gewerkschafter und politischer Aktivist engagierte er sich mit großem Einsatz für Demokratie und Menschenrechte, bildete Generationen von Sozialarbeitern aus, die sich in den "Türk Danış"-Beratungsstellen mit den Problemen der Einwanderer aus der Türkei auseinandersetzten. Bultan war zudem ein enger Begleiter des KulturForum seit den Anfängen in den 1980er Jahren, ebenso vom Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland (DOMiD). Er starb am 24. Januar 2013 in München im Kreise seiner Familie. Die Trauerfeier findet am 1. Februar um 9:30 Uhr in der Trauerhalle des Waldfriedhofs (Alter Teil, Fürstenrieder Straße 288, 81377 München) statt. (Foto: BR/WDR)


Palm-Preis an Rakel Dink


Anfang Dezember nahm Rakel Dink für ihren 2007 ermordeten Ehemann, den türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink, im Rahmen eines viel beachteten Festaktes in Schorndorf bei Stuttgart den Palm-Preis 2012 entgegen (Laudatio: Dr. Raffi Kantian). Bei einem gemeinsamen Empfang der Palm-Stiftung und des KulturForum in Köln sagte Rakel Dink, es sei ihr ein besonderes Anliegen, die Arbeit des Hrant Dink Forum Köln weiterhin aktiv zu unterstützen.

Neben Dink erhielt der ägyptische Schriftsteller Dr. Alaa-Aswani den Preis. Mehr (>>HIER)


KulturForum auf Facebook


Das KulturForum ist auch auf facebook! Wir laden Sie herzlich ein, uns zu "liken"! Auf facebook informieren wir regelmäßig über aktuelle Termine und freuen uns auf Ihre Kommentare! (>>HIER)


Fethiye Çetin in Bielefeld


Am 8. Oktober 2012 las die Istanbuler Anwältin und Autorin Fethiye Çetin aus ihrer 2004 in der Türkei erschienenen
Romanbiographie "Anneannem". Auf Deutsch erschien das Buch 2011 unter dem Titel "Meine Großmutter". Ort: Interkulturelles
Bildungswerk Friedenshaus, Bielefeld. Plakat (>>HIER)


DVD-Reihe "Menschenlandschaften"


6 DVDs + Bonusmaterial mit Portraits der Autoren Nazım Hikmet, Yaşar Kemal, Orhan Pamuk, Elif Şafak, Murathan Mungan, Aslı Erdoğan

Jetzt bestellen
(>>HIER)

Infos zur Bestellung (>>HIER)

Pressemitteilung (>>HIER)

Termine & mehr Infos (>>HIER)


Verhaftungswelle in der Türkei


Der Verleger Ragip Zarakolu wurde im April 2012 aus einer halbjährigen Untersuchungshaft entlassen. Prof. Dr. Büşra Ersanlı und rund 100 andere Journalistinnen und Journalisten sind nach Angaben der OSZE weiter in Haft. Gegen die Verhaftungen haben der PEN und andere internationale Organisationen protestiert. Das KulturForum unterstützt diese Solidaritätsaktion. Mehr (>>HIER)


ROG-Untersuchungsmission zur Lage der Pressefreiheit in der Türkei


Angesichts der aktuell schwierigen Lage von Medienvertretern in der Türkei und des 20. Jahrestags der Einführung des Anti-Terror-Gesetzes am 12. April 2011 plant Reporter ohne Grenzen (ROG) im kommenden Monat eine Untersuchungsmission in der Türkei durchzuführen. In einer Presseerklärung vom 31. März kritisiert ROG die missbräuchliche Anwendung des bald 20 Jahre alten Gesetzes.
Seit einigen Monaten habe die Verfolgung von Journalisten unter Anwendung repressiver Mediengesetze in der Türkei stark zugenommen: "Jeder Journalist, Autor oder Publizist, der sich kritisch mit sensiblen Themen wie die Lage der kurdischen und armenischen Minderheiten, der Armee, dem Sicherheitsapparat oder dem Gründer der türkischen Republik, Mustafa Kemal Atatürk, auseinandersetzt, riskiert, juristisch verfolgt zu werden."
ROG bezieht sich auf mehr als 25 Artikel im türkischen Strafgesetzbuch, die direkt die Presse- und Meinungsfreiheit beschneiden. Das 1991 in Kraft getretene Anti-Terror-Gesetzes Nummer 3713 gehöre zu den problematischsten rechtlichen Regelungen in der Türkei.

Pressemitteilung ROG 31.03.2011
(>>HIER)


KulturForum TürkeiDeutschland e.V.  Niederichstr. 23 . D - 50668 Köln . phone +49 (0)221 - 12 09 06 80 . fax - 139 29 03 . info@das-kulturforum.de